Im Sommer 1973 ging es mit vier Kindern, einem neuen Auto und einem ebenso neuen Faltwohnwagen südostwärts. Nie zuvor waren wir als Familie zelten gewesen. Etwa sieben Kilometer nach der Abfahrt fragte unser 5jähriges Nesthäkchen: „Papa, wann sind wir endlich in Teheran?" Es ging dann noch durch Österreich, Jugoslawien, Griechenland und die Türkei. Insgesamt waren wir 3 1/2 Wochen unterwegs.
Für fünf Jahre eine andere Heimat
Die Mutter aller Reisen6300 Kilometer in die Fremde


Durch das zauberhafte Kappadokien und über den abenteuerlichen Tahir-Pass in Ostanatolien ging es am sagenumwobenen Ararat vorbei in ein Land, das niemand von uns kannte. Am 09. August betraten wir iranischen Boden. Dieses Land wurde Heimat für die folgenden Jahre und war Ausgangspunkt für viele abenteuerliche Reisen innerhalb des Landes, mehrmals nach Afghanistan und bis Nepal.

Teheran - monster city


mit Freunden in der Marandjab-Wüste

Iran - Heimat für fünf Jahre
"Travel is fatal to prejudice, bigotry, and narrow-mindedness, and many of our people need it sorely on these accounts. Broad, wholesome, charitable views of men and things cannot be acquired be vegetating in one little corner of the earth all one‘s lifetime. "
Mark Twain in „The Innocents Abroad“

Faszination Afghanistan
„Wenn der Reisende, der von Süden kommt, Kabul im Kranz seiner Pappeln erblickt, mit den blauen Bergen, auf denen eine dünne Schneeschicht dampft, und den vielen Drachen, die hoch über dem Basar im Herbstwind schweben, schmeichelt er sich mit dem Gedanken, am Ende der Welt angelangt zu sein. Er hat im Gegenteil ihren Mittelpunkt erreicht."

Pakistan - Indien - Nepal
Sommer 1976: eine Reise der Superlative in jeder Hinsicht. 12.000 Kilometer im nicht-klimatisierten Auto, brutale Hitze und Schwüle, zweifelhafte "Hotels", grandiose Kulturdenkmäler, Elend, Lethargie, schlaflose Nächte. Aber auch wunderschöne Tage in Kathmandu und Umgebung sowie auf dem Dal-See in Kashmir.

Nouruz 1974/77

Nouruz 1975
Vier Familien mit neun Kindern plus ein Junggeselle fuhren quer durch den Iran an den Golf von Oman. Es ging nach Kashan, Ardestan, Naein, Yazd, Kerman, Bam, Djiroft und über eine eigentlich unfahrbare Strecke nach Minab und weiter an die Straße von Hormuz. Ein klassischer Badeurlaub war es eher nicht und am Ende war unser Auto mal wieder kaputt.

Nouruz 1976
Mit einer befreundeten Familie ging es am Südrand der Salzwüste Dasht-e Kavir nach Osten, dann nahe der Dasht-e Lut, wo angeblich die weltweit höchsten Temperaturen gemessen wurden und über das wunderschöne Dorf Nayband nach Kerman, wo wir nach 1400 Kilometern Schotterpiste wieder Asphalt erreichten. Überraschend waren die starken Regenfälle.
Reisen in die Islamische Republik Iran
Auch wenn es den Iran, der uns eine andere Heimat wurde, in dieser Form nicht mehr gibt:

Vieles hat sich auf dieser Welt seit den 70er Jahren verändert. Meist nicht zum Guten, nicht nur im Iran. Wir haben erst über 30 Jahre nach der Abreise im Sommer 1978 unsere zeitweilige Heimat wieder besucht. Und kamen gefühlt irgendwie "nach Hause".

Auch bei unseren späteren Besuchen waren wir immer begeistert von Land und Leuten. Viele mögen unsere positiven Berichte über Land und Leute, auch in Zeiten der Islamischen Republik, kaum glauben. Im Buch finden sich Fotos von diesen Reisen auf ca. 40 Seiten.
